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Steuerabzug mit Tücken

 

Ein Vorsteuerabzug ist nur dann möglich, wenn in der Rechnung zumindest der Monat der Lieferung angegeben ist. Diese Auffassung vertritt das Sächsische Finanzgericht in einem aktuellen Urteil. Wird in der Rechnung auf einen Lieferschein oder ein anderes Dokument verwiesen, reicht es aus, wenn sich aus diesem das Lieferdatum ergibt.

Das Urteil, gegen das Revision zum Bundesfinanzhof eingelegt worden ist, bestätigt die äußerst strengen Anforderungen, die von der Finanzverwaltung an den Vorsteuerabzug gestellt werden.

Zur Erinnerung und Beachtung: Seit dem 1. Januar 2004 müssen Rechnungen unter umsatzsteuerlichen Gesichtspunkten folgende Angaben enthalten:

1. Den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
2. Die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundesamt für Finanzen  erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
3. Das Ausstellungsdatum
4. Eine fortlaufende Rechnungsnummer, welche zur eindeutigen Identifikation der Rechnung einmalig vergeben wird
5. Die Menge und die handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistungen
6. Den Zeitpunkt der Lieferung oder sonstigen Leistung oder der Vereinnahmung des Entgelts
7. Das nach Steuersätzen und einzelnen Steue4rbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt für die Lieferung oder sonstige Leistung sowie jede im Voraus vereinbarte Minderung des Entgelts, soweit sie nicht bereits im Entgelt berücksichtigt ist.
8. Den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallenden Steuerbetrag oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt.

Besonders bedeutsam ist, dass nicht mehr unbedingt die Angabe der Steuernummer verlangt wird. Vielmehr ist auch die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ausreichend. Neu ist seitdem auch: Es muss eine einmalig vergebene fortlaufende Rechnungsnummer angegeben werden, was regelmäßig entsprechende Umstellungen in der Organisation beziehungsweise der EDV erfordert.

Vereinfachungen gelten allerdings nach wie vor für sogenannte Kleinbetragsrechnungen, in denen der Gesamtrechnungsbetrag 150 Euro nicht übersteigt. In diesen Fällen sind grundsätzlich lediglich folgende Angaben erforderlich:

1. Der vollständige Name und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers
2. Das Ausstellungsdatum
3. Die Menge und die Art der gelieferten Gegenstände oder Umfang und die Art der sonstigen Leistungen
4. Das Entgelt und der darauf entfallende Steuerbetrag in einer summe sowie der anzuwendende Steuersatz oder – im Falle einer Steuerbefreiung – ein Hinweis darauf, dass für diese Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt.

 
     
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